In einer strategisch wichtigen Entscheidung hat Siemens seine Ambitionen im Softwaregeschäft verstärkt, indem das Unternehmen die US-Firma Dotmatics für 5,1 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Diese milliardenschwere Akquisition zielt darauf ab, die Position des Konzerns im boomenden Sektor der Biowissenschaften zu festigen. Analysten sind sich einig, dass dies sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Siemens mit sich bringt, und werfen einen kritischen Blick auf die Marktreaktionen, die der Nachricht folgten. Was bedeutet dieser Schritt für die zukünftige Bewertung von Siemens und welche Chancen ergeben sich für Investoren?
Siemens verstärkt Softwaregeschäft mit Dotmatics-Übernahme
Der Siemens-Konzern hat eine milliardenschwere Übernahme bekannt gegeben. Am Mittwochabend stellte das Unternehmen den Kauf der US-Firma Dotmatics für 5,1 Milliarden US-Dollar (etwa 4,7 Milliarden Euro) vor. Dotmatics bietet Softwarelösungen für Forschende in den Biowissenschaften an, vor allem in der Pharmaindustrie für die Arzneimittelentwicklung.
Diese Übernahme kommt zu einem strategisch sinnvollen Zeitpunkt, so Analyst Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC. Trotzdem, so der Experte, sei Dotmatics kein billiges Unternehmen. Simon Toenessen von der US-Bank Jefferies merkte an, dass die Bewertung des Unternehmens dem 39-fachen seines operativen Ergebnisses entspricht – das ist vergleichbar mit anderen Softwarekäufen von Siemens.
Mit diesem Zukauf kann Siemens seinen verfügbaren Markt für Industriesoftware um 11 Milliarden Dollar erweitern. Der Verkäufer der Firma ist der Investor Insight Partners. Dotmatics wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich über 300 Millionen US-Dollar Umsatz erzielen und hat eine beeindruckende operativen Marge von über 40 Prozent. Zudem generiert das Unternehmen bereits Barmittel.
Siemens rechnet mittelfristig mit jährlichen Synergien von rund 100 Millionen US-Dollar, die sich langfristig auf über 500 Millionen US-Dollar pro Jahr erhöhen sollen. Siemens-Chef Roland Busch betonte, dass die Übernahme die Position des Unternehmens im Bereich Life Sciences stärken werde. Der Finanzchef Ralf Thomas erklärte, dass die Finanzierung der Übernahme mainly durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, darunter Siemens Healthineers, erfolgen werde.
Trotz dieser positiven Nachrichten gab es einen Rückgang der Aktien von Siemens Healthineers und Siemens Energy um fast vier Prozent. Siemens erwartet, die Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2026 abzuschließen, da noch Genehmigungen von den Behörden erforderlich sind. Dotmatics beschäftigt weltweit mehr als 800 Mitarbeitende und hat über 14.000 Kunden.
Die kanadische Bank RBC hat Siemens mit einem Kursziel von 245 Euro auf „Sector Perform“ belassen. Analyst Mark Fielding hob hervor, dass die Übernahme strategisch sinnvoll sei, jedoch bleibt unklar, ob die Investition in Life-Science-Software schnell in die Bewertung einfließt oder einen weiteren unterbewerteten Teil des Unternehmens darstellt. Die Siemens-Aktie fiel an diesem Tag im XETRA-Handel zeitweise um 3,68 Prozent auf 206,85 Euro.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Übernahme von Dotmatics ein entscheidender Schritt für Siemens ist, um im wachstumsstarken Bereich der Biowissenschaften voranzukommen. Die Marktreaktionen zeigen jedoch, dass Anleger zunächst skeptisch bleiben und auf die tatsächlichen Auswirkungen der Akquisition warten.
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