Frankfurt/New York/Tokio, 3. April 2025 – An den internationalen Börsen herrscht zum Wochenausklang höchste Anspannung. Die Aktienmärkte rund um den Globus reagieren mit deutlichen Kursverlusten auf die überraschende Ankündigung neuer US-Importzölle. Insbesondere die von US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebrachten pauschalen Strafzölle – 10 % auf sämtliche Importe und sogar 20 % auf Waren aus der EU – haben Anleger in die Flucht getrieben. Vor dem Hintergrund steigender Handelskonflikte, geldpolitischer Unsicherheit und geopolitischer Risiken schalten die Investoren in den Risk-Off-Modus und ziehen sich aus Aktien zurück.
Handelskonflikt schüttelt globale Börsen
Die Furcht vor einem eskalierenden Handelskrieg lastet heute schwer auf allen wichtigen Aktienindizes. In Tokio brach der Nikkei-Index um über 4 % ein und fiel mit rund 34.100 Punkten auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Auch Europas Börsen stehen deutlich unter Druck: Der deutsche DAX rutschte am Vormittag zeitweise über 2 % ins Minus und unterschritt erstmals die psychologisch wichtige Marke von 22.000 Zählern. Gegen Mittag notiert der Leitindex bei etwa 21.932 Punkten – rund 2,1 % niedriger als am Vortag. Ähnlich sieht es europaweit aus: Der EuroStoxx 50 verliert mehr als 2 %. Marktbeobachter sprechen angesichts der neuen US-Zollpläne bereits vom „Ende der Freihandelsära. In den USA zeichnen die Futures ein gleiches Bild – Dow Jones und S&P 500 dürften den Handel am Nachmittag mit deutlichen Abschlägen eröffnen.
Auslöser des Ausverkaufs ist Trumps überraschend scharfes Zollpaket, das am Vorabend verkündet wurde. Demnach belegt Washington ab sofort praktisch alle Handelspartner mit Importzöllen von zunächst 10 %; für Länder mit hohen Überschüssen gegenüber den USA – darunter Deutschland, China und Japan – gelten noch höhere Sätze. Importe aus der EU sollen mit 20 % Zoll belastet werden. Die Nachricht traf die ohnehin nervösen Märkte ins Mark: Für viele Anleger waren die Zollpläne der sprichwörtliche Fluchtgrund, um riskante Anlagen abzustoßen. „Verkaufen bei Gerüchten, kaufen bei Fakten – oder droht jetzt eine zweite Panikwelle?“ kommentierten Analysten und stellten die Frage in den Raum, ob mögliche Gegenmaßnahmen aus Peking und Brüssel die Talfahrt noch verstärken könnten . Tatsächlich blicken Investoren nun sorgenvoll auf die Reaktionen der Handelspartner: Sollte etwa China mit Vergeltungszöllen antworten oder die EU eigene Strafmaßnahmen ergreifen, könnte dies die Furcht vor einer Eskalation des Handelskriegs weiter anheizen.
Auch wirtschaftspolitisch schlägt Trumps Alleingang hohe Wellen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte das US-Zollpaket einen „schweren Schlag für die Weltwirtschaft“ und kündigte an, Europa werde seine Interessen entschlossen verteidigen. Ökonomen warnen vor den Konsequenzen eines solchen Bruchs mit dem Freihandel: Erste Berechnungen des Münchner ifo-Instituts deuten darauf hin, dass ein US-Zoll von 20 % die deutschen Exporte in die USA um etwa 15 % einbrechen lassen könnte. Das könnte das deutsche BIP langfristig um 0,3 bis 0,4 % schmälern – ein erheblicher Dämpfer für die Konjunktur der exportabhängigen Wirtschaft. Besonders im Fokus stehen Automobilhersteller: Zusätzliche US-Strafzölle von 25 % auf importierte Autos sind zeitgleich heute in Kraft getreten, was Deutschlands Schlüsselbranche hart trifft. Zwar halten sich DAX-Autowerte wie VW, BMW und Mercedes heute vergleichsweise stabil, doch die Branche schlägt Alarm: Die neuen Abgaben auf Autos „markieren einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt“ und seien eine massive Belastung für Unternehmen und globale Lieferketten, warnt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Damit ist klar: Die Furcht vor einer neuen Welle von Protektionismus geht um – und sie entlädt sich in deutlichen Kursverlusten rund um den Globus.
Zentralbanken und Konjunkturdaten im Blick
Das Zollbeben an den Märkten stellt auch die Notenbanken vor neue Herausforderungen. Denn die Strafzölle dürften nicht nur das Wachstum bremsen, sondern gleichzeitig die Inflation anheizen: Viele Importgüter – von Rohstoffen über Autos bis hin zu Elektronikbauteilen – werden sich durch die Abgaben verteuern, was die Verbraucherpreise treiben könnte. Diese Gemengelage aus Konjunkturgefahr und Inflationsdruck erfordert Fingerspitzengefühl von Fed & EZB. US-Notenbankerin Adriana Kugler plädierte angesichts der drohenden Zoll-bedingten Inflationsgefahren bereits für eine Zinspause der Fed. Nachdem die Fed den Leitzins zuletzt im März stabil bei 4,25–4,50 % belassen hatte, könnte sie nun weiter abwarten – auch weil die jüngsten Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung ins Stocken geraten sind. Die Aussicht auf zusätzliche Importkosten nährt zudem Rezessionssorgen unter Anlegern . Einige Marktbeobachter hoffen, die US-Notenbank könnte im Zweifel sogar zu geldpolitischer Unterstützung greifen, um konjunkturelle Folgen abzufedern. Allerdings steckt die Fed in der Klemme: Sie ist im „engen Korsett der Inflationsentwicklung gefangen“ – sprich, ihr Handlungsspielraum ist begrenzt, solange die Teuerung nicht deutlicher nachlässt.
In Europa wachsen parallel die Erwartungen, dass die EZB konjunkturstützend eingreift. Am Geldmarkt wird mittlerweile mit weiteren Zinssenkungen gerechnet : Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 17. April den Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 % senkt, liegt laut Terminmarkt bei rund 90 % (vor den Zoll-News waren es 80 %). Es wäre bereits die siebte Zinssenkung seit Mitte 2024 – ein deutlicher Schwenk, nachdem zuvor im Kampf gegen die hohe Inflation mehrere schnelle Zinserhöhungen erfolgt waren. Doch nun hat sich die Lage gewandelt: Konjunkturrisiken rücken in den Vordergrund. Die Notenbanker signalisierten zuletzt, man werde “notfalls lockerer agieren, um einen Teil der Folgen abzufedern”. Gleichzeitig dürfe man die Inflation nicht aus dem Blick verlieren, die durch höhere Importpreise neuen Schub bekommen könnte. Für die EZB gilt es also abzuwägen, in welchem Maße sie der Wirtschaft helfend unter die Arme greift, ohne die Preisstabilität zu gefährden.
Neben der Geldpolitik spielen auch klassische Konjunkturdaten und geopolitische Nachrichten eine Rolle im heutigen Marktgeschehen – wenngleich sie vom Zollthema überlagert werden. In den USA steht morgen der offizielle Arbeitsmarktbericht an, der Aufschluss über die Robustheit der Wirtschaft geben wird. Bisher zeigte sich der US-Jobmarkt stabil, was der Fed eigentlich wenig Spielraum für schnelle Zinssenkungen ließ. Doch sollten Trumps Handelsbarrieren die Wirtschaftsaktivität abwürgen, könnten auch bisher robuste Indikatoren rasch nachgeben. In Europa deuten jüngste Stimmungsindikatoren auf eine leichte Abkühlung hin, und in China wächst die Sorge, dass der wieder aufflammende Konflikt mit den USA sowohl den Handel als auch Investitionen belastet. Geopolitische Risiken bleiben ebenfalls präsent: Der anhaltende Krieg in der Ukraine sorgt weiterhin für Unsicherheit – insbesondere bei Energiepreisen und im europäischen Umfeld – doch für den Moment richten sich die Blicke der Finanzmärkte stärker auf den transatlantischen Handelsstreit. Auch die angespannten Beziehungen zwischen den USA und China abseits der Zolldebatte (etwa im Technologiebereich oder um Taiwan) schweben wie ein Damoklesschwert über den Märkten und könnten jederzeit neue Volatilität auslösen.
Die unmittelbaren Auswirkungen der Zoll-News zeigen sich derweil eindrücklich an den Rohstoff- und Devisenmärkten. Aus Angst vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung sind die Ölpreise kräftig gefallen – Nordsee-Brent und US-WTI verbilligten sich jeweils um mehrere Prozent. Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium stehen ebenfalls unter Abgabedruck, da ein Abschwung insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens die Nachfrage dämpfen würde.
Umgekehrt erlebt der klassische Krisen-Hafen Gold einen regelrechten Ansturm: Der Goldpreis sprang zeitweise auf ein neues Allzeithoch von über 3150 US-Dollar je Feinunze, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Marktbeobachter zeigen sich erstaunt über die Dynamik: „Die Vergeltungszölle sind deutlich aggressiver als erwartet – Aussichten für Gold daher hervorragend“, so ein Edelmetallhändler, der kurzfristig 3200 $ als Zielmarke ausruft. Bemerkenswert ist auch die Bewegung am Devisenmarkt: Der Euro wertet heute kräftig auf und erreichte mit knapp 1,10 US-Dollar den höchsten Stand seit sechs Monaten. Normalerweise profitiert in Krisen der Dollar als sicherer Hafen – doch diesmal stärkt sich der Euro, da Anleger offenbar vor allem Risiken für die USA sehen . Dies unterstreicht, wie sehr Trumps Vorgehen als Bumerang für die eigene Wirtschaft wahrgenommen wird. Gleichwohl wäre es voreilig, Europa als Gewinner zu betrachten: Sollte der globale Handel ins Stocken geraten, bliebe auch die exportorientierte Eurozone nicht verschont. Für den Moment jedoch dominieren Sorgen vor einer US-geführten Abkehr vom Freihandel, und diese belasten in erster Linie die Stimmung an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks.
Adidas AG im Fokus: Kurssturz, Bewertung und Perspektiven
Im Sog der Marktverwerfungen rückt heute besonders die Aktie der Adidas AG ins Rampenlicht – leider aus Anlegersicht mit negativem Vorzeichen. Das Papier des deutschen Sportartikelherstellers zählt zu den größten Verlierern im DAX. Bereits gestern litt Adidas unter ersten Zollgerüchten, doch am heutigen Donnerstag beschleunigt sich der Abwärtstrend dramatisch. Zeitweise brach der Adidas-Kurs um über 10 % ein und markierte mit rund 197 € den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr . Ausgehend von Kursen über 220 € zu Wochenbeginn summieren sich die Verluste im Wochenverlauf damit auf etwa 12 %. Zum Handelsschluss konnte sich die Aktie zwar leicht vom Tagestief erholen, notierte aber immer noch zweistellig im Minus. Damit spiegelt Adidas den Ausverkauf im Konsumgütersektor wider: Auch die Anteile des kleineren Rivalen Puma stürzten zweistellig ab (auf ein 9-Jahres-Tief) und sogar der US-Branchenprimus Nike verlor im deutschen Handel fast 8 % an Wert. Für Anleger stellt sich die Frage, was hinter dem Adidas-Einbruch steckt – und ob sich daraus Chancen oder weitere Risiken ergeben.
Hauptbelastungsfaktor sind klar die US-Zölle. Trumps Maßnahmen zielen auch auf Länder, in denen Adidas einen Großteil seiner Produkte fertigen lässt. Besonders Vietnam steht im Fadenkreuz: Für Importe von dort in die USA wurden „vergeltende“ Strafzölle angekündigt, angeblich bis zu 25 % . Das trifft Adidas ins Mark, denn Vietnam ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte des Konzerns. Rund 39 % der Schuhe und knapp ein Fünftel der Textilien von Adidas wurden im vergangenen Jahr in Vietnam hergestellt. Entsprechend hart reagiert der Markt: „Sportbekleidungsmarken werden von den höheren Zöllen auf Vietnam unverhältnismäßig stark betroffen sein“, warnt Analyst Cedric Rossi vom Investmenthaus Bryan Garnier . Die Aussicht, dass künftig Turnschuhe, Trikots und Trainingshosen auf dem wichtigen US-Markt mit saftigen Importabgaben belegt werden, verunsichert die Anleger nachhaltig. Adidas müsste entweder die Preise in den USA anheben – was die Nachfrage drücken könnte – oder aber die eigenen Margen schmälern, indem man die Mehrkosten selbst auffängt. Beide Alternativen sind wenig attraktiv. Zusätzlich könnten chinesische Gegenzölle oder ein konjunktureller Dämpfer in Asien das wichtige Chinageschäft von Adidas beeinträchtigen. Zwar wächst der Absatz in China derzeit noch kräftig (im Schlussquartal 2024 legte Adidas dort um 16 % zu) , doch ein umfassender Handelskrieg würde auch die Konsumlaune in Fernost eintrüben. Kurzfristig belasten diese Unsicherheiten massiv – die Adidas-Aktie geriet heute unter die sprichwörtlichen Räder.
Dabei hatten sich die Perspektiven des fränkischen Sportartikel-Giganten zuletzt eigentlich aufhellt. Vorstandschef Bjørn Gulden, seit 2023 im Amt, leitete einen Strategiewechsel ein und schaffte es, nach dem Yeezy-Desaster wieder für Wachstum zu sorgen. 2024 war ein erfolgreiches Jahr: Wichtige Märkte wie Nordamerika, Europa und China erzielten zweistellige Zuwächse , und Adidas gewann Marktanteile zurück, während Hauptkonkurrent Nike schwächelte . Doch Gulden gibt sich für 2025 vorsichtig – und die aktuellen Ereignisse bestätigen diese Vorsicht. In der Ende März vorgestellten Jahresprognose rechnete Adidas nur noch mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich (währungsbereinigt) für 2025, nach +12 % im Vorjahr. Beim Gewinn kalkuliert der Vorstand sogar deutliche Abstriche ein: Das Betriebsergebnis soll 2025 bei 1,7–1,8 Mrd. € liegen – deutlich weniger als die ca. 2,1 Mrd. €, die Analysten ursprünglich erwartet hatten. Gulden bezeichnete dieses Ausblick zwar als „konservativ“ und betonte, man habe intern höhere Ambitionen. Doch er verwies auch ausdrücklich auf die gestiegene Volatilität und Risiken wie mögliche US-Zölle, die in der Planung berücksichtigt seien . Schon vor Trumps jüngstem Paukenschlag warnte der Adidas-Chef, weitere US-Importzölle könnten die Inflation anheizen und die Konsumlaune der Kunden dämpfen. Genau dieses Szenario scheint nun einzutreten. Aus Sicht des Managements war es also richtig, vorsichtig zu kalkulieren – auch wenn die Prognosesenkung zunächst für Enttäuschung am Markt sorgte.
Wie ist Adidas vor diesem Hintergrund bewertet? Trotz des Kursrutsches von heute ist die Aktie kein klassisches Schnäppchen. 2023 schrieb Adidas wegen Sonderbelastungen (u.a. Aus für Yeezy-Linie) sogar einen Nettoverlust, 2024 kehrte man zwar in die Gewinnzone zurück – aber mit moderatem Überschuss. Entsprechend hoch erscheint derzeit das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf der Basis aktueller Ergebnisse. Berechnungen von Refinitiv (LSEG) zufolge dürfte Adidas 2024 einen Gewinn je Aktie von etwa 3,92 € erzielt haben, was beim aktuellen Kurs einem KGV von über 50 entspricht . Dieses spiegelt zum Teil bereits die Erwartung einer Ergebniserholung wider. Tatsächlich prognostizieren Analysten für die nächsten Jahre einen kräftigen Gewinnanstieg: Bis 2026 soll der Gewinn je Aktie auf rund 11 € klettern . Sollte dieses Wachstum eintreten, relativiert sich die Bewertung (das Forward-KGV basierend auf 2026 läge dann unter 20). Der Markt traut Adidas diese Trendwende grundsätzlich zu – allerdings ist viel Vorschusslorbeer im Kurs enthalten, und Rückschläge sind kaum eingepreist. Immerhin zeigen sich die Analysten bislang mehrheitlich optimistisch: Von 30 beobachtenden Experten empfehlen aktuell 16 die Aktie zum Kauf, bei 11 x Halten und 3 x Verkaufen . Das durchschnittliche Kursziel liegt mit etwa 267 € rund 20 % über dem aktuellen Kursniveau, was auf mittlere Sicht ordentliches Aufholpotenzial signalisiert. Diese positiven Einschätzungen standen jedoch vor Trumps Zollschock – die wachsenden Risiken könnten zu Anpassungen der Analysen führen.
Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Wie stark treffen die neuen Zölle Adidas wirklich – und wie geht es weiter? Kurzfristig dürfte der Gegenwind erheblich sein. Adidas generiert einen hohen Umsatzanteil in Nordamerika; wenn auf dort verkaufte Schuhe aus asiatischer Fertigung nun 10–25 % Importsteuer fällig werden, drohen entweder höhere Ladenpreise oder Margendruck. Beides könnte das Geschäft in den USA bremsen. Gleichzeitig ist China als Absatzmarkt ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wächst die Marke Adidas dort wieder, andererseits könnte eine Verschlechterung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen (ob durch Handelsstreit oder geopolitische Spannungen) die Stimmung der chinesischen Konsumenten beeinträchtigen – womöglich zum Nachteil westlicher Marken. Auf der Lieferkettenseite steht Adidas vor der Herausforderung, seine Fertigung gegebenenfalls umzusteuern. Vietnam, Indonesien, Kambodscha – viele asiatische Produktionsländer stehen nun unter dem Zollrisiko. Eine Verlagerung der Produktion, etwa stärker nach Indien oder sogar zurück nach Europa, wäre mittelfristig denkbar, aber kurzfristig kaum umsetzbar. Entsprechend muss das Unternehmen vorerst mit den neuen Rahmenbedingungen leben. Positiv ist: Adidas ist finanziell solide aufgestellt, hat globale Markenstärke und könnte Preiserhöhungen in gewissen Märkten zumindest teilweise durchsetzen, ohne alle Kunden zu verlieren. Zudem profitieren europäische Konsumgüterhersteller eventuell von etwaigen Verlagerungseffekten: Wenn US-Importe aus China zurückgehen, könnten sich Warenströme stärker nach Europa verlagern, was laut einigen Experten sogar einen leicht deflationären Effekt in der EU haben könnte – ein Aspekt, der Adidas bei europäischen Beschaffungskosten helfen würde. Doch dies sind Spekulationen im Detail.
Unterm Strich überwiegen aus aktueller Sicht die Risiken: Der unerwartete Zollhammer aus Washington trifft Adidas in einer empfindlichen Phase des Turnarounds. Die Börse spielt diese Unsicherheiten heute vehement durch. Für langfristig orientierte Anleger bedeutet dies zwar nicht zwangsläufig das Aus für die Investmentstory Adidas – schließlich bleiben die mittelfristigen Wachstumstreiber wie Sport-Trends, Mode und die Rückkehr zu alter Profitabilität intakt. Aber die Ereignisse dieser Woche führen eindrucksvoll vor Augen, wie schnell politische Entscheidungen die Vorzeichen ändern können. Mit seiner aggressiven Handelspolitik hat Trump einen Stolperstein für exportorientierte Unternehmen wie Adidas geschaffen, der kurzfristig für Volatilität und Kursdruck sorgt. Sollten sich die Wogen in der Handelspolitik glätten oder Ausnahmen erhandelt werden, könnte sich die Lage auch rasch wieder beruhigen. Vorerst jedoch bleibt den Anlegern nur, die Entwicklung wachsam zu verfolgen.
Am 3. April 2025 erleben die internationalen Aktienmärkte einen rabenschwarzen Tag, ausgelöst durch eine neue Runde im globalen Handelsstreit. Die Aktienkurse von Frankfurt bis Tokio sinken deutlich; sichere Häfen sind gefragt. Neben den akuten Zoll-News behalten die Investoren auch geldpolitische Signale und geopolitische Brennpunkte im Auge – doch alles wird überschattet von der Frage, wie weit die neue Zollspirale geht. Besonders die Adidas AG bekommt die Ängste vor Protektionismus heute zu spüren: Der Kurssturz des Sportartikelriesen ist exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen global tätige Unternehmen nun stehen. Mit erfahrenem Blick gilt es abzuwägen, ob solche Rücksetzer übertrieben und damit Einstiegschancen sind – oder ob sich fundamental etwas geändert hat. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Zollschock-Wellen an den Börsen verebben oder ob noch weitere Untiefen im Fahrwasser der Handelspolitik auftauchen. Eines steht jedoch fest: Die Anleger brauchen in diesen Zeiten einen langen Atem und starke Nerven.
Quellen: Aktuelle Marktberichte und Analysen von Tagesschau (Marktbericht: Trumps Zollschock schüttelt Aktienmarkt durch | tagesschau.de) (Marktbericht: Trumps Zollschock schüttelt Aktienmarkt durch | tagesschau.de) (Marktbericht: Trumps Zollschock schüttelt Aktienmarkt durch | tagesschau.de), Spiegel (Zölle von Donald Trump: Nikkei bricht ein, Goldpreis steigt auf Rekordhoch – DER SPIEGEL), Capital (Dax, Dow Jones: Börse bricht wegen Trumps Zöllen ein, Goldpreis steigt – Capital.de) (Dax, Dow Jones: Börse bricht wegen Trumps Zöllen ein, Goldpreis steigt – Capital.de), sowie Unternehmens- und Analystenberichte zu Adidas (Marktbericht: Trumps Zollschock schüttelt Aktienmarkt durch | tagesschau.de) (Adidas sets cautious tone for 2025 outlook, flags tariff risk By Reuters).
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